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Glasfaserkabel: Singlemode vs. Multimode im Vergleich
OS2, OM3, OM4 und OM5 im Überblick, dazu Steckertypen, SFP-Module und FTTH-Komponenten für den Hausanschluss.
Glasfaser überträgt Daten als Lichtimpulse statt als elektrische Signale. Das bringt drei entscheidende Vorteile gegenüber Kupferkabeln: deutlich höhere Bandbreiten, praktisch keine Signaldämpfung über lange Strecken und vollständige Immunität gegenüber elektromagnetischen Störungen. Welches Glasfaserkabel das richtige ist, hängt von Distanz, benötigter Bandbreite und Einsatzort ab.
Singlemode (OS2) vs. Multimode (OM3/OM4/OM5)
Der wichtigste Unterschied liegt im Kerndurchmesser der Glasfaser und damit in Reichweite und Einsatzzweck:
Singlemode (OS2)
Mit einem sehr dünnen Faserkern (ca. 9 µm) läuft bei Singlemode nur ein einziger Lichtmodus durch die Faser. Das ermöglicht Übertragungsstrecken von mehreren zehn Kilometern nahezu ohne Signalverlust – der Standard für Weitverkehrsnetze, Rechenzentrums-Backbones und den FTTH-Hausanschluss (Fiber to the Home). OS2-Kabel sind gelb ummantelt und meist mit LC-, SC- oder ST-Steckern konfektioniert.
Multimode (OM3, OM4, OM5)
Multimode-Fasern haben einen grösseren Kerndurchmesser (50 µm), wodurch mehrere Lichtmodi gleichzeitig laufen – das begrenzt die Reichweite auf einige hundert Meter, macht die Kabel aber günstiger in der aktiven Optik (Transceiver). Der ideale Standard für Rechenzentren, Serverräume und Gebäudeverkabelung auf kurzen bis mittleren Distanzen:
- OM3 (aqua/türkis): bis 10 Gbit/s über ca. 300 m
- OM4 (aqua/violett): bis 10 Gbit/s über ca. 400 m, auch 40/100 Gbit/s auf kürzeren Strecken
- OM5 (lime green): optimiert für Wellenlängen-Multiplexing (WDM), zukunftssicher für 100+ Gbit/s-Anwendungen
Vergleichstabelle
| Typ | Kerndurchmesser | Typ. Reichweite (10 Gbit/s) | Einsatz | Sortiment |
|---|---|---|---|---|
| OS2 (Singlemode) | 9 µm | bis 40 km+ | Weitverkehr, FTTH, Backbone | Ansehen |
| OM3 (Multimode) | 50 µm | ca. 300 m | Rechenzentrum, Standard-Multimode | Ansehen |
| OM4 (Multimode) | 50 µm | ca. 400 m | Höhere Bandbreiten, 40/100G kurz | Ansehen |
| OM5 (Multimode) | 50 µm | ca. 400 m+ (WDM) | Zukunftssicher, Multi-Wellenlänge | Ansehen |
Steckertypen und Kabelaufbau
Glasfaserkabel werden mit verschiedenen Steckern konfektioniert – am gängigsten sind LC (kompakt, häufig doppelt im Duplex-Stecker), SC (etwas grösser, robust) und ST (Bajonettverschluss, ältere Installationen). Bei kabelschweiz.ch sind die gängigen Kombinationen direkt erhältlich:
Zusätzlich unterscheidet man Simplex (eine Faser, eine Übertragungsrichtung nach Bedarf umschaltbar) und Duplex (zwei Fasern für gleichzeitiges Senden und Empfangen) – erhältlich sowohl in Singlemode als auch Multimode.
SFP-Module: die aktive Komponente
Damit ein Switch oder Router Glasfaser überhaupt nutzen kann, braucht es ein SFP-Modul (Small Form-factor Pluggable) als Schnittstelle zwischen elektrischem und optischem Signal. Das Modul muss zur Faserart (Singlemode/Multimode) und zur gewünschten Geschwindigkeit passen.
FTTH: Glasfaser bis ins Haus
FTTH (Fiber to the Home) bezeichnet die letzte Strecke vom öffentlichen Glasfasernetz bis zur Wohnung oder zum Gebäude. In der Schweiz endet die öffentliche Verlegung meist am Grundstück oder Gebäudeeintritt – die Verkabelung im Haus bis zur Dose (OTO – Optical Telecommunication Outlet) muss separat realisiert werden. Für diesen Hausanschluss bietet kabelschweiz.ch fertige FTTH-Kits mit OTO-Box, Pigtails und den passenden Verbindern.
Kaufberatung – kurz zusammengefasst
- Hausanschluss oder Verbindung über mehrere Kilometer? Singlemode (OS2) ist die einzig sinnvolle Wahl.
- Verkabelung innerhalb von Rechenzentrum oder Gebäude auf kurzer bis mittlerer Distanz? Multimode (OM3/OM4) reicht meist völlig aus und ist günstiger in der aktiven Optik.
- Zukunftssicher für sehr hohe Bandbreiten planen? OM5 nutzt Wellenlängen-Multiplexing für mehr Kapazität auf derselben Faser.
- Nicht sicher, welches SFP-Modul zum Switch passt? Modell und Hersteller vorab prüfen oder unser Team direkt kontaktieren.
