Netzwerkkabel-Kategorien Cat5 bis Cat8.1: Alle Unterschiede erklärt

Cat5e, Cat6, Cat6a, Cat7 und Cat8.1 im Vergleich, dazu Schirmungsarten und Kabelformen – der vollständige technische Guide für die Wahl des richtigen Netzwerkkabels.

Netzwerkkabel gibt es nicht "einfach so": Sie unterscheiden sich in Kategorie (Cat), Schirmung und Kabelform – und jede dieser drei Eigenschaften beeinflusst, wofür ein Kabel geeignet ist. Diese Seite bringt Ordnung in die Begriffe Cat5e bis Cat8.1, U/UTP bis S/FTP, und Flach- bis Slimkabel.

Netzwerkkabel-Kategorien (Cat) im Überblick

Die Kategorie (Cat) bestimmt die maximale Frequenz eines Kabels und damit die theoretisch erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit. Sie wird von der TIA (Telecommunications Industries Association) definiert und international sowie in der Schweiz einheitlich verwendet. Je höher die Kategorie, desto mehr Bandbreiten-Reserve für zukünftige Anwendungen wie 10-Gigabit-Ethernet oder Power-over-Ethernet (PoE++).

Cat1 bis Cat4 – heute nicht mehr relevant

Cat1 wurde für klassische Telefonverkabelung (POTS/ISDN) genutzt, Cat2 für 4-Mbit/s-Token-Ring-Netzwerke. Cat3 (bis 16 MHz) war einst Standard für 10-Mbit/s-Ethernet, wurde aber längst durch Cat5 abgelöst. Cat4 (bis 20 MHz) kam vor allem in 16-Mbit/s-Token-Ring-Netzwerken zum Einsatz. Für heutige Installationen spielen alle vier keine Rolle mehr.

Cat5 und Cat5e

Der Unterschied zwischen "Kategorie 5" und Cat5e liegt im Durchsatz: Cat5e erreicht 1'000 Mbit/s (1 Gbit/s) – zehnmal schneller als reines Cat5. Da Cat5e zu Cat5 abwärtskompatibel ist, lohnt sich bei einer Neuanschaffung praktisch immer die Wahl von Cat5e.

Cat6 und Cat6a

Cat6-Kabel werden straffer gewickelt als Cat5/5e und besitzen eine Aussenfolie oder geflochtene Abschirmung gegen Übersprechen (Crosstalk) und Störgeräusche. Sie unterstützen bis zu 10 Gbit/s, allerdings nur auf kurzen Strecken bis 55 m – auf voller Länge von 100 m bleibt es bei 1 Gbit/s. Cat6a ("augmented", verstärkt, Standard seit 2008) verdoppelt die maximale Bandbreite und liefert die vollen 10 Gbit/s auch über die gesamte Länge von 100 m. Die stärkere Schirmung macht Cat6a-Kabel etwas weniger flexibel als Cat6.

Cat7 und Cat7a

Cat7 bietet höhere Frequenz und Leistungsreserven als Cat6, überträgt ebenfalls bis zu 10 Gbit/s. Cat7a erhöht die Frequenz und Leistungsspanne weiter, ohne die Bandbreite gegenüber Cat7 zu steigern. Mit der Einführung von Cat8 hat die "Cat7-Gruppe" an Bedeutung verloren – Cat6a bietet für die meisten Anwendungen ausreichend Leistung, während Cat8 die Speerspitze für Rechenzentren bildet.

Cat8 und Cat8.1

Cat8 ist der aktuell schnellste Kupfer-Ethernet-Standard: bis zu 40 Gbit/s bei einer Bandbreite von 2'000 MHz – viermal mehr als Cat6a. Möglich wird das durch eine doppelte Schirmung (jedes Adernpaar zusätzlich in Folie), was das Kabel spürbar steifer macht. Cat8.1 ist die IEC-zertifizierte Version mit RJ45-Standardsteckern und ist abwärtskompatibel zu allen früheren Kategorien. Aufgrund der hohen Dämpfung bei 2 GHz ist die nutzbare Länge auf ca. 30 m begrenzt – Cat8 ist damit ein reines Rechenzentrums- und Rack-Kabel, kein Ersatz für lange Hausinstallationen.

Kategorien-Vergleichstabelle

Kategorie Max. Geschwindigkeit Max. Bandbreite Max. Länge (volle Geschwindigkeit) Bemerkung Sortiment
Cat5e 1 Gbit/s 100 MHz 100 m Bewährter Einstieg, weit verbreitet Ansehen
Cat6 1 Gbit/s (10 Gbit/s bis 55 m) 250 MHz 100 m Geeignet für Gigabit-Netzwerke Ansehen
Cat6a 10 Gbit/s 500 MHz 100 m "Augmented", bessere Schirmung, Empfehlung für Neuinstallationen Ansehen
Cat7 / 7a 10 Gbit/s 600 / 1000 MHz 100 m Jedes Paar geschirmt, industrietauglich Ansehen
Cat8 / 8.1 25–40 Gbit/s 2000 MHz 30 m Rechenzentrums-Kabel, kurze Distanzen Ansehen

Schirmungsarten: U/UTP, F/UTP, U/FTP, S/FTP & Co.

Die Schirmung schützt die Adernpaare vor elektromagnetischen Störungen (EMI) und Übersprechen. Ursprünglich waren Netzwerkkabel ungeschirmt; spätere Varianten wurden abgeschirmt, um die Leistung auf längeren Strecken oder in störanfälligen Umgebungen zu verbessern. Die Bezeichnung folgt dem Schema Gesamtschirm/Paarschirm + TP (Twisted Pair):

Kürzel Bedeutung Eigenschaften Produkt
U/UTP Ungeschirmtes Kabel, ungeschirmte Paare Günstig, flexibel – für kurze Strecken ohne Störquellen, z. B. zwischen PC und Router Ansehen
F/UTP (auch STP genannt) Foliengeschirmtes Kabel, ungeschirmte Paare Ein geflochtenes Kupfernetz unter dem Mantel schirmt alle Paare gemeinsam gegen EMI ab Ansehen
F/FTP Foliengeschirmtes Kabel, foliengeschirmte Paare Gesamtfolienschirm plus einzeln foliengeschirmte Paare – kompletter Folienschutz Ansehen
U/FTP Ungeschirmtes Kabel, foliengeschirmte Paare Jedes Paar einzeln in Folie, kein Gesamtschirm – gutes Nebensprechverhalten bei hoher Flexibilität Ansehen
S/FTP (auch SSTP genannt) Geflochten geschirmtes Kabel, foliengeschirmte Paare Höchste Schirmwirkung, ideal in Umgebungen mit hoher EMI wie Rechenzentren, Fabriken, Spitälern Ansehen
SF/UTP Folie + Geflecht als Gesamtschirm, Paare ungeschirmt Sehr guter Gesamtschirm, robust, bei einfacherem Aufbau als S/FTP Ansehen

Wichtig: Geschirmte Kabel benötigen durchgängig geerdete, geschirmte Steckverbinder und Patchpanels – sonst wirkt die Schirmung nicht und kann sogar Störungen einkoppeln.


Kabelformen: Rund-, Flach- und Slimkabel

Neben Kategorie und Schirmung unterscheiden sich Netzwerkkabel auch in ihrer Bauform. Das beeinflusst nicht die Übertragungsgeschwindigkeit, aber Flexibilität, Platzbedarf und Einsatzort.

Rundkabel

Die klassische, runde Kabelform mit gleichmässiger elektrischer Symmetrie der Leiter. Durch Füllstoffe im Inneren bleibt die Kreisform stabil, was Reibungswärme minimiert und die Leitung vor äusseren Einflüssen schützt. Rundkabel sind der Standard in Rechenzentren und Telekommunikationsräumen.

Flachkabel

Beim Flachkabel liegen die verdrillten Adernpaare nebeneinander statt rund angeordnet, meist mit dünneren 32-AWG-Drähten. Ohne Füllstoffe sind Flachkabel leichter und dünner als Rundkabel und lassen sich unter Teppichen, Türschwellen, Fensterrahmen oder Büromöbeln entlangführen, ohne aufzutragen. Der Nachteil: Die meisten Flachkabel sind ungeschirmt, da eine Schirmung die flache Bauform erschwert – geschirmte Varianten gibt es, sind aber 0,2–0,4 mm dicker.

<img alt="Flachkabel unter Teppich verlegt, Cat6 U/UTP flach">

Erhältliche Flachkabel bei kabelschweiz.ch: CAT 6 Flach, CAT 6A Flach, CAT 7 Flach

Slimkabel

Slimkabel sind runde Kabel mit reduziertem Aussendurchmesser: Ein Cat6-Slimkabel mit 28-AWG-Drähten ist rund 36 % dünner als ein Standard-Cat6-Kabel mit 24-AWG-Kupferleitern (Aussendurchmesser ca. 0,15 statt 0,235 Zoll). Das bringt in dicht belegten Patchpanels und Racks drei konkrete Vorteile:

  • Platzersparnis: Bis zu 50 % weniger Volumen als Standard-Kabel schafft zusätzlichen Raum für Kabelmanagement
  • Besserer Luftstrom: Weniger Kabelvolumen im Rack verbessert die Kühlung, besonders bei grösseren Schaltschränken
  • Einfachere Handhabung: Flexibler und platzsparender, was Installation und Wartung bei hoher Portdichte beschleunigt

Erhältliche Slimkabel bei kabelschweiz.ch: CAT 6 Slim, CAT 6A Slim, CAT 7 Slim, CAT 8/8.1 Slim

Kaufberatung – kurz zusammengefasst

  • Neuinstallation planen? Cat6a mit S/FTP-Schirmung ist aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis mit voller 10-Gigabit-Reserve.
  • Nur 1-Gigabit-Bedarf? Cat6 U/UTP oder F/UTP genügt für die meisten Standardanwendungen im Büro und zu Hause.
  • Kabel unter Teppich oder durch Türrahmen verlegen? Ein Flachkabel spart Platz und fällt kaum auf.
  • Viele Ports auf engem Raum im Rack? Slimkabel sparen Platz und verbessern den Luftstrom im Schaltschrank.
  • Umgebung mit hoher elektromagnetischer Störung (Rechenzentrum, Industrie)? S/FTP- oder Cat8-Kabel mit maximaler Schirmung wählen.

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