Der Glasfaseranschluss ist bis zum Gebäude verlegt – aber wie kommt das Signal von dort bis zum Router in der Wohnung?
Immer mehr Schweizer Gemeinden werden ans Glasfasernetz angeschlossen. Was viele überrascht: Der Netzbetreiber verlegt die Faser meist nur bis zum Gebäudeeintritt oder zu einem zentralen Verteilpunkt im Haus. Die letzte Strecke bis zur eigenen Wohnung – die sogenannte Hausinstallation – müssen Eigentümerschaft oder Mieterschaft oft selbst organisieren.
Schritt 1: Den Übergabepunkt finden
Zuerst gilt es zu klären, wo die Glasfaser im Gebäude endet: oft im Keller oder in einem Technikraum. Von dort führt die letzte Strecke zur Wohnung entweder bereits vorbereitet (z. B. bei Neubauten mit Leerrohren) oder muss neu verlegt werden.
Schritt 2: Die passenden Komponenten
Für den Innenausbau werden drei Dinge benötigt:
- Glasfaser-Verlegekabel (meist Singlemode/OS2) für die Strecke vom Verteilpunkt bis zur Wohnung
- OTO-Dose (Optical Telecommunication Outlet) als Anschlussdose in der Wohnung, an der das Kabel endet
- Patchkabel mit LC-Stecker, um den Router oder das Glasfasermodem an die OTO-Dose anzuschliessen
Für die meisten privaten Hausanschlüsse gibt es solche Komponenten bereits als fertiges FTTH-Kit zu kaufen, das OTO-Box, Kabel und die passenden Stecker im Set enthält – das spart die Einzelbeschaffung und stellt sicher, dass alle Teile zueinander passen.
Schritt 3: Verlegung planen
Glasfaserkabel vertragen enge Biegeradien schlechter als Kupferkabel – beim Verlegen durch Kabelkanäle oder Wanddurchführungen lohnt sich daher etwas mehr Sorgfalt als bei einem klassischen Netzwerkkabel. Wer die Verlegung nicht selbst übernehmen möchte, beauftragt einen Elektriker oder ICT-Installateur; die passenden Komponenten sollten aber vorab feststehen, damit nichts doppelt bestellt wird.
Schritt 4: Anschliessen und testen
Am Ende steht die OTO-Dose in der Wohnung bereit. Über ein kurzes LC-Patchkabel wird das Glasfasermodem (oft vom Netzbetreiber gestellt) angeschlossen – von dort geht es klassisch per Netzwerkkabel weiter zum Router oder Switch.
Kurz zusammengefasst
- Die Glasfaser endet oft im Keller oder Technikraum – die Wohnung muss meist separat verkabelt werden.
- Ein fertiges FTTH-Kit mit OTO-Box und passenden Steckern vereinfacht die Beschaffung erheblich.
- Enge Biegeradien beim Verlegen vermeiden, um die Faser nicht zu beschädigen.
- Ab der OTO-Dose geht es per LC-Patchkabel zum Modem, danach klassisch per Netzwerkkabel weiter.

